Klimaanlagen in Straßenbahnen?

OB-Kandidatin Dagmar Dewald denkt nicht nur ans Klima in der Straba

Presseerklärung von Dagmar Dewald, OB-Kandidatin der ÖDP Würzburg, zu
Klimaanlagen in Straßenbahnen
Würzburg, 8. November 2019


In seltener Einmütigkeit haben sich Stadträte im Ausschuss für Klimaanlagen in Straßenbahnen
ausgesprochen. Die steigende Hitze macht dies nötig. Tatsache ist allerdings, dass Klimaanlagen
die Aufheizung des Weltklimas beschleunigen. Klimaanlagen fressen schon jetzt
schätzungsweise ein Zehntel des weltweit verbrauchten Stroms. Auch die Klimaanlage, die die WSB einbauen will, speist sich ganz aus der Oberleitung. So trägt sie nur zur weiteren Aufheizung bei.
Stattdessen hat ÖDP-Stadtrat Heinz Braun schon im Ausschuss gefordert, dass mit einer
klimaneutralen Wärmepumpenlösung die Außenwärme mitgenutzt wird. Die WSB behauptete,
dafür keine Angebote erhalten zu haben. Einen Anbieter für Wärmepumpengesamtlösungen, die
auch im Winter Stromersparnis bringen, gibt es aber sogar regional in Fulda (Fa. Konvekta). Diesen hatte die WSB offenbar nicht angeschrieben.
Außerdem ist die Forderung nach energiebetriebenen Klimaanlagen einseitig, wenn nicht
gleichzeitig mehr dafür getan wird, durch Wasserspeicherung und den Erhalt der
Frischluftschneisen die „natürliche Klimaanlage“ in der Stadt neu zu beleben. Es dürfen nicht
länger versiegelte Steinwüsten geplant und umgesetzt werden, wo Bäume und Pflanzen in Kästen
gesetzt und der Regen als Abwasser über den Kanal wegfließt. Vielmehr müssen Grünflächen an
Gebäuden und zwischen den Wegen sowie Bäume das Regenwasser in der Stadt speichern. Das
entfaltet nachweislich kühlende Wirkung. Es gibt dafür Konzepte, die „Schwammstadt – Sponge-
City“ genannt werden. Zudem darf es insbesondere in der Altstadt keine Bauprojekte mehr geben,
die Frischluftschneisen beeinträchtigen – leider wurde erst jetzt mit dem Standort der
Mehrzweckhalle ein solches beschlossen. Die Mehrzweckhalle schädigt an diesem Standort das
Stadtklima vielfach: weil sie trotz der Warnungen der Klimagutachter (s. Anhang) in eine wichtige
Luftleitbahn hineingebaut wird, mit unabsehbaren Folgen für das gesamt Belüftungssystem der
Stadt, und massenhaft Autoverkehr in die Stadt hineinzieht. Der Hinweis des ÖDP-Fraktionsvorsitzenden
Raimund Binder darauf wurde im Stadtrat in den Wind geschlagen.
Die Stadt muss endlich Beschlüsse fassen, die die Zusammenhänge in den Blick nehmen.
Wir können in Würzburg mit Klimaanlagen nicht ausgleichen, was durch die Zerstörung von
Frischluftzonen an Aufheizung zu verkraften ist. Es ist gegenüber den Altstadtbewohnern und
künftigen Generationen verantwortungslos, weiter Tatsachen zu schaffen, die die
Klimaerwärmung verschärfen, statt sie zu verringern.


Dagmar Dewald, OB-Kandidatin der ÖDP Würzburg
dewald-oedpweb.de, 0931-7843364

Braucht es Klimaanlagen in der Straba?

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