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Abkühlung für den Hot Spot Würzburg

Die ÖDP verspricht sich von der „Schwammstadt“ wirksame Effekte auf das Stadtklima – und stellte dies auf einer Veranstaltung vor


Im Wahlkampf der ÖDP bildet das Konzept „Schwammstadt“ einen Schwerpunkt.
Gemäß der OB-Kandidatin der ÖDP, Dagmar Dewald, eröffnet es „effektive
Handlungsmöglichkeiten, um den Klimawandel in Würzburg abzufedern“. Der
Grundgedanke sei, dass kostbares Niederschlagswasser nicht über Asphalt und
Kanäle ungenutzt aus der Stadt wegfließe, sondern in Systemen im Boden
gespeichert werde, so dass es dem Stadtgrün zur Verfügung stehe. Der Biologe und
ÖDP-Listenkandidat Dr. Johannes von Besser stellte nun in einem Vortrag vor rund 50
Interessenten die „Schwammstadt“ vor. Den Ausgangspunkt bildet die Einsicht, dass
Klimaanstrengungen wie die CO2-Einsparung zwar wichtig seien, aber: „Wir können
durch lokales Handeln nicht verhindern, dass sich im Würzburger Talkessel und
besonders in der Altstadt das Klima deutlich aufheizen wird. Wir müssen dort Einfluss
nehmen und Prozesse positiv steuern, wo wir Zugriff haben, und das ist beim
städtischen Wasserkreislauf.“

Mehr Photosynthese
Dazu müsse konsequent eine „blau-grüne Infrastruktur“ aufgebaut werden. Anhand
von bereits in Berlin realisierten Konzepten zeigte von Besser, wie man
Niederschlagswasser in unterirdischen Kiesbetten versickern und in einem
Rückhaltespeicher sammeln könne. Ein Beispiel sei die „Baum-Rigole“ mit
darunterliegendem Wasserreservoir in einer Betonwanne.
Nur wenn die Bäume durch diesen „Schwamm“ gerade in den trocken-heißen
Sommermonaten mit ausreichend Wasser versorgt seien, könnten die Blätter mehr
Photosynthese leisten. Das verhelfe den Bäumen zu deutlich mehr Blattflächen und
Wachstum sowie zu längerem Leben. Es entsteht mehr Schatten und
Verdunstungskälte, das Stadtklima wird kühler und verbessert sich. Außerdem fingen
die Speicher bei Starkregen soviel Wasser auf, dass die Gefahr von Hochwasser
sinke.

ÖDP für Faulhaber-Platz mit Schwamm-Effekt
Obwohl von Besser im vergangenen Sommer der Stadtspitze das Konzept angetragen
und entsprechende Zusicherungen erhalten habe, würden aber auch bei jüngsten
Straßenprojekten in Würzburg die Grundregeln der Schwammstadt nicht beachtet.
Immer noch pflanze man Bäume statt in einer Mulde auf Erdkuppen an, wo das
Wasser abfließe, um in Kanälen zu verschwinden, statt vor Ort zu versickern. Auch
den Planungsentwurf am Faulhaberplatz hält von Besser für ungenügend: „Statt den
den Bäumen dort das Wasser aus der gesamten Platzfläche zuzuführen, wird mit
Betoneinfassungen das Wachstum ausgebremst, und es ist eine intensive
Bewässerung nötig. Hier muss dringend nachgebessert werden“, verlangte von
Besser.


Die ÖDP-Stadtratsfraktion wird bei den Beratungen zur Entwicklung des Kardinal-
Faulhaber-Platzes genau auf die Kriterien der Schwammstadt achten. Anfang März
findet hierzu eine Bürgerwerkstatt statt. Fraktionsvorsitzender Raimund Binder: „So
einfach und einleuchtend das Prinzip ist, es muss erst in die Köpfe, und in der
Verwaltung müssen eingefahrene Wege aufgebrochen werden. Wir können uns
Wasserverschwendung nicht mehr leisten. Die Schwammstadt muss bei allen
Planungen berücksichtigt werden.“

 

 

Foto: Die OB-Kandidatin der ÖDP, Dagmar Dewald, hat mit einer Bürgerinitiative als Sprecherin für den „Grünen Platz am Theater“ gekämpft. Doch die entworfene Platzgestaltung wird nicht dem von der ÖDP propagierten Prinzip der Schwammstadt gerecht. Foto: Hans von Besser.


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