Mozartschule: Vier Varianten sind in Wirklichkeit nur eine

ÖDP-Fraktion bezeichnet Verwaltungsvorlage als Mogelpackung

Als „Mogelpackung“ bezeichnete ÖDP-Fraktionsvorsitzender Raimund Binder die Verwaltungsvorlage für die Nutzung der ehemaligen Mozartschule. Denn die angeblichen vier Varianten sind in Wahrheit nur eine, dementsprechend steht gar nichts zur Wahl.
Die „Varianten“ 1-3 ergeben zusammen einen einzigen Nutzungsvorschlag, nämlich als „Sozialrathaus plus kulturelle Nutzung“. Dies beansprucht das ganze Gebäude.
Variante 4 ist nur ein Alibivorschlag: die Unterbringung von Flüchtlingen wäre laut Auskunft der Verwaltung an dieser Stelle unmöglich. Dies hatte in der Vergangenheit vor allem die FWG ins Spiel gebracht, wohl um eine neue, dauerhafte Nutzung zu verhindern. Bekanntlich will die FWG nach wie vor lieber einen Konsumtempel anstelle des Denkmals Mozartschule errichten. 
So blieb nur noch eine Variante übrig, was Binder für „dürftig und unbefriedigend“ hält. Circa 60 Vorschläge hatten die Bürger eingebracht. Der OB und die Verwaltung hätten zwar die Aufgabe gehabt, zu sortieren und Unrealistisches auszuscheiden. Die Reduzierung auf eine einzige Variante war aber nie der Auftrag.
Dabei ist die ÖDP-Fraktion nicht gegen die Sozialrathaus-Variante. Die angeführten Einsparpotentiale, die Bürgerfreundlichkeit, verbesserter Service und kurze Wege sprechen für die Idee. Zudem ist durch die Ergänzung mit der Musikhochschule und der Sing- und Musikschule sowie einem Begegnungs-Cafe im Inklusionsbetrieb auch der kulturelle Aspekt berücksichtigt. Vorteile wären auch hier eine gewisse Refinanzierung.
Es fehlt aber die Ausführung für ein Schul- bzw. Mittelschulzentrum. Diese Variante hat die Verwaltung gänzlich weg gelassen. Das Argument, die bestehenden Schulen nicht schlecht- oder kaputt zu reden, überzeugt hier nicht. Es ist Aufgabe der Stadt, sich über die langfristigen Auswirkungen der Schülerzahlenentwicklung Gedanken zu machen und rechtzeitig Weichen zu stellen. Zudem war das MOZ eine Schule und könnte primär auch dafür genutzt werden.
Zumindest müsste eine Alternative für ein Schulzentrum genannt werden, wenn man ein solches für die Mozartschule ausschlägt. Zu prüfen wäre, ob die Haugerschule ein Mittelschulzentrum aufnehmen könnte.
Fraktionsvorsitzender Binder vermisste auch die Berücksichtigung des Konzepts der Heiner-Reitberger-Stiftung. Neben Hotelnutzung sowie Sing- und Musikschule waren hier auch Räume für das Gedenken an den 16. März sowie für die Präsentation der Würzburger Geschichte vorgesehen. Dies wird im Mainfränkischen Museum – fern der Stadt – nur unterrepräsentiert gezeigt. Das Konzept sieht zudem Büros für den Tourismus (z.B. Mozartfestbüro, Tourist-Information etc.) vor.
Die ÖDP wird diese Vorschläge in die Arbeitsgruppe MOZ weiterverfolgen und die die Fortsetzung der Bürgerbeteiligung fordern.
Raimund Binder
ÖDP-Fraktionsvorsitzender


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