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Nächste Finanzkrise für 2017 prognostiziert

ÖDP-Redner Günter Grzega drängt auf gemeinwohlorientierte Wirtschaft

„Die Finanzkrise und die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft“ war der Titel eines Vortrags, den der Diplombetriebswirt Günter Grzega am 8. April auf Einladung der ÖDP in Würzburg gehalten hat. Der emeritierte Vorstandsvorsitzende der größten Genossenschaftsbank Bayerns und damit Praktiker in Wirtschaft und Finanzen referierte vor über 60 Zuhörern in den Greisinghäusern über die Finanzkrise von 2008, über Neoliberalismus und Raubtier-Kapitalismus sowie über eine gemeinwohlorientierte ökosoziale Marktwirtschaft als Ausweg.

Den gesamten Vortrag im Download finden Sie unten - mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Nach Ansicht des Referenten wurden weder die Folgen der Welt-Finanzkrise bisher überwunden, noch entschlossen die Ursachen beseitigt. Die aktuellen „Panama-Papers-Enthüllungen“ ließen erkennen, wie weiterhin zahllose Milliardäre, Millionäre und Konzerne sowie sogar hochrangige Politiker weltweit ihr Versteckspiel zur Steuervermeidung und sogar Steuerhinterziehung mit Hilfe von anonymen Briefkasten-Firmen betreiben. Dies zeige, dass sich nichts Grundlegendes am Casino-Kapitalismus geändert habe.
Das System habe auch Papst Franziskus in seinem 2013 veröffentlichten Lehrschreiben „Evangelii Gaudium“ als „erbarmungslose Form einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne wirklich menschliches Ziel“ bezeichnet.                                                                                                           
Aus der Krise sei fast nichts gelernt worden. Bei den Finanzmarkt-Regularien wurden nur einige weitgehend kosmetisch zu nennende Korrekturen vorgenommen. Grzega: „Dies führt zu einer überbordenden Bürokratie, welche die kleinen und kaum am Finanzcrash beteiligten Sparkassen und Genossenschaftsbanken wahnsinnig belastet. Dadurch werden sogar Fusionen erzwungen. Aber das lässt die großen Finanzkonzerne völlig kalt.“ Grzega prognostiziert daher einen neuen Chrash für das Jahr 2017, wenn keine Änderungen eintreten.
Zur Beseitigung der Crash-Risiken schlägt Grzega vor:
1.    Verbot von Derivaten
2.    Zulassung von neuen Finanzprodukten erst nach Überprüfung der Unbedenklichkeit und Sinnhaftigkeit
3.    Regulierung und damit letztlich Beseitigung des Schatten-Banken-Systems
4.    Austrocknung der Steueroasen
5.    Einführung einer alle Finanztransaktionen umfassenden Finanz-Transaktionssteuer, also nicht nur auf Börsen-Transaktionen
6.    Rückführung des Bankensystems in seine ureigensten Aufgaben als Dienstleister der Realwirtschaft, nämlich Risikomanagement, Kapitalallokation für die Gelder der Anleger, Bereitstellung von Krediten und Betrieb eines effizienten Zahlungssystems.
Als Folgen der bisherigen neoliberalen Wirtschaftsweise benennt Grzega:
-    Der Kampf zwischen Arm und Reich nimmt zu
-    Eine zunehmende Unstabilität ist im Wachstum zu verzeichnen
-    Die Mittelschicht verschwindet, es bildet sich ein Feudalsystem mit wenigen Super-Reichen heraus
-    Umweltzerstörung und Klimawandel sind nicht aufzuhalten
-    Die Eurokrise und die Gefahr des Zerbrechens der Währungsunion sowie der gesamten EU
-    Freihandelsabkommen wie TTIP, CETA. TiSA usw.,
Der Bankmanager zog als Fazit seines gut einstündigen Referats: „Die Neoliberalismus-Ideologie, die die menschliche Gesellschaft zu einer auf monetärer Basis irrwitzigen Konsumgesellschaft denaturiert hat, muss ein Ende haben. Wenn wir unsere Gesellschaft nicht in den Abgrund führen wollen, müssen wir alles tun, um den Wandel hin zu einer am Gemeinwohl ausgerichteten ökosozialen Marktwirtschaft zu schaffen.“

Den ganzen Vortrag lesen Sie hier:

Diplom-Betriebswirt Günter Grzega Foto: ÖDP

Interessierte Zuhörer Foto: ÖDP

Günter Grzega Foto: ÖDP


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