Neujahrsempfang der ÖDP Fraktion: Unhinterfragte Digitalisierung

Dr. Matthias Burchardt vor 80 Zuhörern

Vor über 80 Gästen im voll besetzten Saal der Vineyard Würzburg hat die ÖDP Fraktion ihren Neujahrsempfang veranstaltet. ÖDP Fraktionsvorsitzender Raimund Binder führte in seiner Rede die Bedeutung des Bürgerschaftlichen Engagements aus. Er begrüßte deshalb auch ausdrücklich die Vertreter der drei Bürgervereine genauso, wie engagierte Einzelpersonen aus den verschiedenen Bürgerinitiativen. „Für die ÖDP Fraktion ist ihr Wirken für die Stadt und die Gesellschaft elementar. Es geht nur im Miteinander zwischen Stadtrat und Bürgern“ so Binder. Anhand des Mottos der ÖDP „Zuhören-Ernstnehmen-Handeln“ führt Binder einige Beispiele der aktuellen Stadtpolitik aus, wo dies besonders erforderlich ist. Am Bahnhof rund um das Pleicherviertel brauche es unbedingt eine Gesamtplanung für den Verkehr und die dortigen Wohnverhältnisse. „Es kann nicht sein, dass man die Projekte Bismarckquartier, EON Gelände und Frankenhalle isoliert betrachtet, wo doch alle drei eng miteinander verwoben sind“ so Binder. Ein weiteres wichtiges Thema sei der Öffentliche Nahverkehr. Der Versuch der „vermeintlichen Glücksbringer aus den anderen Fraktionen“ vor Weihnachten mit einem kostenlosen Straßenbahnticket sei gründlich danebengegangen. Neue Erkenntnisse seien nicht gewonnen worden und lenkten dagegen nur ab von den wichtigen Gesamtmaßnahmen. „Eine Erweiterung des Angebots, eine Verbilligung mit einfacheren Preisstrukturen und eine Vorrang für Bus und Straßenbahn ist das Gebot der Stunde“ so der ÖDP Fraktionsvorsitzende. Dazu müsse endlich mit Park und Ride ernst gemacht werden. Vieles haben die Mehrheitsfraktionen im Stadtrat bislang abgelehnt, 2018 zuletzt die Einführung einer Busspur in der Ludwigstraße.

Es gibt kein "entweder oder"

Der Hauptredner des Abends, Dr. Matthias Burchardt, von der Universität Köln, ging in seinem Referat auf das Thema „Digitale Bildung – Fluch und Segen“ ein. Er zeigte die Vielschichtigkeit des Themas auf, dass auch die Grundlagen unseres Zusammenlebens und unserer Kultur berührt. Für die Digitale Bildung nannte er acht Erfordernisse, die gegeben sein müssen. Insbesondere brauche es es beim Lernen die Beziehung und Reflektion zu einer Lehrkraft. „Wer meint mit der Digitalisierung lassen sich Lehrkräfte einsparen, der irrt“, so Dr. Burchardt.

Im abschließenden Dialog mit den Gästen wurde deutlich, dass es beim Thema Digitalisierung kein „entweder oder“ gebe, sondern nur die kritische Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken zu einem guten Ergebnis führe. „Der einseitige Digitalisierungswahn, wie wir ihn gesellschaftlich gerade gehen, wird zu großen Problemen führen“ so abschließend der ÖDP Fraktionsvorsitzende.


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